Vampirjägerin :: Shana de Talavera
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Der heutige Tag fing schon in aller Frühe an. Kaum war die Sonne am Horizont zu sehen, da war ich bereits wach. Gähnend schob ich die warme Decke von meinem Körper. Meine Lust, jetzt schon aufzustehen sank gegen den Nullpunkt. So streckte ich mich kurz und stand dann auf. Dann warf ich einen kurzen Blick aus dem Fenster, welches nicht ganz von einer Gardine verdeckt war. Die Sonne ging gerade erst auf. So ging ich hinüber zum Wandschrank, welcher direkt gegenüber meines Bettes an der Wand stand und fast die komplette Wand bedeckte. Mit einem leichten Knarren ging er auf. Nun brauchte ich mir nur noch etwas passendes heraussuchen. Meine Wahl fiel heute auf eine etwa knielange beige Hose und ein schwarzes Hemd. Nun gut, es war wahrscheinlich nicht die passendste Wahl für eine junge Frau, doch für meine Zwecke eignete es perfekt. Denn heute war wieder Training angesagt. Auch wenn ich regelmäßig den Schwertkampf betreibe, so ist das Üben trotzdem ein wichtiger Bestandteil. So zog ich mich also an.

 

Bevor ich meinen Raum verlies, der sich in der zweiten Etage des Palazzo befand, drehte ich mich dann noch einmal nach rechts, wo sich ein kleiner, eher unscheinbarer Schrank befindet. Im Vergleich zu dem Ankleideschrank ist er recht klein. In diesem befanden sich sämtliche Waffen. Doch heute reichte mir mein Kurzschwert. So nahm ich es aus dem Schrank und schloss ihn wieder. Das Schwert lag wie immer schwer, doch geschmeidig in meiner Hand. An das Gewicht hatte ich mich jedoch längst gewöhnt.

 

Doch bevor ich nun anfing zu trainieren, so wollte ich wenigstens ein kurzes Frühstück einnehmen. Wie immer fand jenes im Erdgeschoss statt, wo sich zum Garten hin ein kleines Esszimmer befand. Die ganze Familie pflegte hier zu speisen. Doch heute morgen war ich allein, was daran liegen mochte, dass meine Geschwister, genau wie ich, die Nacht zum Vampire jagen nutzte. Da wir immer noch eine Menge Gold besaßen, hatten wir auch stets Bedienstete um uns herum. Ebenso heute früh. Kurz nach meinem Eintreffen wurde mir ein kleines Mahl serviert, welches ich relativ schnell verschlang.

 

Kurz darauf verlies ich den Raum wieder. Ich ging den langen Flur im Erdgeschoss entlang bis ich zur großen Eingangshalle gelang. Dort ging ich durch die große Eingangstür hinaus in den Garten. Seltsam still war es den morgen, doch eigentlich war ich so was schon gewohnt, so dass sich kein Unbehagen in mir breit machte. Denn ich war mit einem guten Freund verabredet, mit jenem ich des öfteren zu Trainieren pflegte. Noch schien er nicht da zu sein, doch das änderte sich bereits nach ein paar Minuten. Ich konnte Hufgetrappel vernehmen, welches nur von unserem gepflasterten Weg stammen konnte, welcher hoch zum Palazzo führte. Grinsend sah ich zu ihm hinüber. Cedric Lacure. „Hey Ced“, rief ich ihm zu, während er sein Pferd stoppte, um mich nicht umzureiten. Ein großer, recht dunkelhäutiger Mann, mit pechschwarzem Haar war er. Große, braune Augen hatte er und war stets gleich gekleidet. Eine lange dunkelbraune Hose und ein weißes Hemd, was allerdings immer eher schmutzig aussah. Vor mir stieg er ab, woraufhin ein Bediensteter ihm sein Pferd abnahm. Wir begrüßten uns, wie wir es immer zu tun pflegten. „Nun, wollen wir anfangen?“

 

Sofort begaben wir uns auf die Wiese, welche sich auf der Rückseite des Palazzos ausstreckte. Sie bot sich geradezu zum Üben an. Hier und da wuchs bereits kein Gras mehr, da auch so manche Schläge ins Nichts gingen. Wir stellten uns gegenüber, so dass wir uns Auge in Auge sehen konnten. Ich hielt mein Kurzschwert in der rechten Hand, Cedric ebenfalls. Ich wich ein paar Schritte zurück, um mir einen kurzen Moment zu erschaffen, in welchem ich mir eine gute Angriffstechnik ausdenken konnte. Denn es würde langweilig werden, würden wir uns jedes Mal auf die selbe Art und Weise angreifen. Er tat mir nach und dann ging es bereits los. Wir auf ein unsichtbares Zeichen hin traten wir beide einige Schritte vor und schon prallten unsere Schwerter aufeinander. Er hatte wie immer einen sehr harten Schlag, so dass ich kurz meinen Arm senkte, um dann aber erneut zuzuschlagen. Mein Schwert sauste in Richtung seiner Schulter, traf aber nicht, da er den Schlag parierte und sogleich versuchte, meine Schulter anzugreifen. So ging es eine Weile hin und her, wir probten unsere neuen Techniken an uns aus, bis wir uns am Ende erschöpft auf die Wiese fallen ließen. Ich schloss kurz die Augen und genoss die warme Sonne in meinem Gesicht. Erst jetzt merkte ich, wie mir die Erschöpfung durch die Glieder floss und ich am liebsten wieder schlafen würde. Doch es war erst später Mittag.

 

Wir gingen in den Palazzo, um uns wieder ein wenig zu stärken und uns auszuruhen. Natürlich sprachen wir über dieses und jenes, was sich neues oder ungewöhnliches zugetragen hatte. So saßen wir bestimmt drei Stunden da. Dann machte Cedric sich wieder auf den Weg. Es war schade, da ich mich immer sehr gut mit ihm unterhalten konnte, doch auch er hatte andere Verpflichtungen. So verbrachte ich den restlichen Tag mehr oder weniger allein, da meine Geschwister immer noch nicht auf den Beinen waren und ich wohl erst gegen Abend mit ihnen weitere Planungen besprechen konnte.

18.3.07 21:48


Die Geschichte, Teil 1

Es war dunkel und kalt. Klar, es war Nacht. Die natürlichste Zeit für die junge Vampirjägerin, ihrer Aufgabe nachzugehen - dem Jagen von Vampiren. In ihr machte sich eine ungewöhnliche Vorfreude breit, die sie sonst nie so stark hatte. Doch in dieser Nacht gab es etwas besonderes, etwas, was sie hämisch grinsen ließ, wenn sie nur daran dachte. Sie hatte erst letzte Nacht davon gehört und sich kurzfristig dazu entschlossen, sich den anderen Jägern anzuschließen. Bestimmt zehn der bekanntesten Jäger aus der Umgebung hatten sich zusammengetan, um dem Ereignis entgegen zu wirken.

In einer großen Kathedrale abseits von Rom, dort sollte genau in diese Nacht ein großes Vampirtreffen stattfinden. Genaueres über die Pläne der Vampire wussten die Jäger nicht, nichts desto trotz mussten sie anwesend sein und wenn es sein musste, so würden sie die Vampire vernichten. Denn in letzter Zeit hatten die Vampire sich stark zusammengerottet und sich vorallem in der Umgegend Roms gesammelt, was natürlich ein Dorn im Auge der Jäger ist. Doch heute Nacht, da waren sich die Jäger sicher, würden die Vampire eventuell einen wichtigen Beschluss fassen. Denn schon länger ging das Gerücht um, die Vampire wollen die Herrschaft über Rom erlangen.

Die Informanten der Jäger, welche sich in diversen Städten befanden, berichteten, dass die Vampire dabei wären, einzelne Städte unter ihre Herrschaft zu bringen, da sie nicht länger ihr Dasein im Dunkel fristen möchten. Sie morden, sie intrigieren und haben so bereits die Herrschaft über Londinium und Venedig erlangt. Welch Dorn im Auge der Jäger. Es war nicht hinzunehmen, dass die Menschen unter der Herrschaft der Vampire zu leiden hatten.

Keiner der Jäger in Rom wollte, dass dies auch mit ihrer Stadt passierte. So kam es ebenfalls bei den Jägern Roms zu einer Versammlung, zu der sich Shana ebenso aufmachte. Als sie an dem geheimen Treffpunkt, einer alten, baufälligen Kirche ankam, befanden sich bereits die anderen Jäger in dieser. Shana kannte diesen Ort, auch wenn er ihr nicht besonders gefiel. Es roch vermodert und selbst das Fundament der Kirche schien jeden Moment einzustürzen. Doch darüber wollte sie sich im Moment keine Gedanken machen. Sie trat in die Kirche ein, wo die anderen Jäger bereits diskutierten, wie sie vorgehen wollten. Einige nickten ihr zur Begrüßung zu. Sofort ging die Diskussion weiter, in welche sich die Vampirjägerin natürlich sofort vertiefte.

Der Plan war ganz simpel. Die Jäger, sie waren insgesamt zehn, wollten die Kathedrale von allen Seiten umstellen und dann eindringen. Sie wussten bereits, dass es natürlich Wachen gab, die sie ausschalten würden müssten. Es gab insgesamt sechs dieser Wächter. Zwei davon bewachten den Haupteingang und die restlichen vier befanden sich an den Nebeneingängen. Anhand dieses Wissen teilten die Jäger sich auf. Shana und ein anderer Jäger, sein Name war Vincent, wollten einen der Jäger am westlichen Nebeneingang erledigen. So teilten sie sich alle auf, um die Sache anzugehen.

Wieder ging es nach draußen, die kühle Luft wehte der Jägerin ins Gesicht, so dass sie ihre Kapuze des schwarzen Mantels tief ins Gesicht, ebenso Vincent, der auch fror. Die ganze Zeit über sprachen sie kein Wort miteinander, gingen nur schweigend, schnellen Schrittes nebeneinander her. Natürlich verspürten sie diese Vorfreude, auf der anderen Seite wussten sie aber auch, dass sie höchst wahrscheinlich in der Unterzahl waren und dies sicherlich ein erbitterter Kampf werden würde, der sich über mehrere Nächte hinziehen würde.

Die Hand hatte sie vorsichtshalber die ganze Zeit um den Griff ihres Schwertes gelegt. Es war ungeheuerlich beruhigend, es immer bei sich zu spüren. Sie kamen der Kathedrale näher, bereits am Horizont zeichnete sich die Spitze des monströsen Gebäudes ab. Shana und Vincent hielten inne. Ab jetzt galt äußerste Vorsicht, denn Vampire besitzen die Gabe, Anwesenheiten auf Entfernungen zu spüren. Shana, und Vicent ebenso, konzentrierten sich und versuchten so gut es ging, ihre Aura zu verschließen. Dies bedurfte eines langen Trainings und man lernte nie aus. Es war anstrengend, die Aura zu verschließen, doch es war nun einmal notwendig. Dann ging es weiter, sie wichen nun vom offiziellen Weg ab und schlugen sich durch den Wegrand. Hier war es noch dunkler als auf der Straße, denn der Mond war wolkenverhangen und düster. Noch immer sprachen die beiden Jäger kein Wort. Beide waren sehr konzentriert darauf, ihre Aura zu schützen und ebenso lautlos zu wandern.

Schließlich befand sich die Kathedrale direkt vor ihnen. Sie wirkte noch monströser als von weitem und man konnte mit bloßen Auge nur die Spitze erahnen. Wachsam schauten sie sich um, hier in der Nähe müsste sich einer der Wachen befinden. Doch erst nachdem sie die Kathedrale ein Stück umwandert hatten, fiel er in ihr Sichtfeld. Sie kannten ihn nicht, doch machte er auch keinen freundlichen Eindruck. Vielmehr schien er konzentriert zu sein. Vielleicht spürte er auch etwas. Nun war schnelles Handeln für die Jäger angesagt. Sie warfen sich einen kurzen Blick zu, zogen die Schwerter und warteten, bis der Vampir ihnen den Rücken zukehrte. Wie auf ein unsichtbares Signal hin sprangen sie aus dem Gebüsch, in dem sie gewartet hatten, auf den Vampir. Dieser drehte sich ruckartig um, halb erschrocken, halb verwundert. "Ich habe euch bereits erwartet", zischte er. Seine Stimme klang scheußlich, doch griff er nicht an, noch nicht. "Das war uns klar", erwiederte Vincent, wessens Stimme einen angenehmeren Klang hatte als die des Vampirs. "Machen wir es kurz", meinte Shana und hob drohend ihr Schwert. Vincent machte es ihr nach. "Es wird euch überhaupt nichts bringen", meinte der Vampir. In seiner Stimme klang etwas unheilvolles mit. Und bereits im nächsten Moment stürmte er mit immenser Kraft auf die Jäger zu. Beide reagierten schnell, Schwerter streiften den Vampir, welche versuchte, ihnen das Blut zu rauben. "Armselig", dachte Shana und stieß ihm ihr Schwert in die Kehle. Vincent setzte noch einen Stich nach und der Vampir sank zu Boden.

Trotzdem war es kein Sieg, über den die beiden sich freuten, da die Vampire immer die schwächsten ihrer Art als Wachen einsetzten. Wenigstens war ihnen nun nicht mehr der Eingang zur Kathedrale versperrt.

[Fortsetzung folgt ..]
23.3.07 10:31


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